Samstag. Mit W. und André, Thea und Marcel den Abend auf der Terrasse verbracht, gegessen, gequatscht und Sterne geguckt. Nicht gekocht! Sondern von der Pizzeria gegenüber bestellt, als alle da sind. Nur die Salate sind eigenhändig zubereitet. Sehr entspannte Variante der Gästebewirtung, von Steve abgeguckt, der leider nicht dabei sein kann. W. und André sind ein tolles, inspirierendes Couple in Love. André erzählt von seinem Outing in seiner Firma, wo W. inzwischen ein- und ausgehe. Er erzählt von der Wiedervereinigung und wie er sie als Neunjähriger in Werningerode erlebt hat – als Schock. Und wie er sein Buch geschrieben und
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Zwischen den Extremen (Arbeitsbericht)
Sonntag. Neben vielem anderen habe ich jetzt hier in München einmal mehr kapiert, wie verzerrt manche Themen in der Öffentlichkeit und in den Medien dargestellt werden. Aus einer Art Hilflosigkeit heraus, meint GG freundlich, und sie findet, dass hinter der Ironiefassade immer auch ein Interesse an ihrer Sache spürbar sei. Ihre Haltung ist konsequent versöhnlich. Wir hatten ein intensives Gespräch über fünf Stunden. Starke persönliche Motivation meinerseits, auch was GG’s politischen Background betrifft. Vier Menschen, die ihr nahe standen, hat sie in den letzten Jahren in den Tod begleitet. Sie ist nie vorwurfsvoll oder jammerig. Man merkt ihr die intensive
WeiterlesenTibetanische Perle
Sonntag sehr früh morgens, München. Als das Interview fertig ist, ist es schon tief am Nachmittag. Ich denke daran, dass ich nun schnell packen und irgendwie zum Bahnhof kommen und Ticket lösen und nach Hause fahren sollte, und mit einem kleinen Bedauern denke ich an den Anhänger, aus dem nun wohl nichts mehr wird. Ich frage GG, wie lange die Geschäfte in der Straße offen haben. Wo wolltest du denn hin, fragt GG. Buddha Store, sage ich. Da hab ich so einen Anhänger gesehen. Brauchst du einen Anhänger?, fragt sie. Brauchen, na ja, ich lache verblüfft. Möchtest du einen von
WeiterlesenKein Glitzerchichi
Freitag. Und jetzt also München. Noch kann ich es nicht so richtig glauben. Seit einer Stunde bin ich in der Wohnung meiner nächsten Interviewpartnerin. Den Wohnungsschlüssel hatte sie in einem Café für mich hinterlegt. Sie kommt erst morgen. Dafür bringt eine ihrer Freundinnen mir ein indisches Reisgericht vorbei, das scharf und schmackhaft ist. Diese Art von Gastfreundschaft habe ich bisher noch nicht kennengelernt. GG ist eine Jetsetterin. Sie führt ein komplett anderes Leben als ich. Sie kommt und geht. Sie bleibt länger oder gar nicht. Hier in ihrer Schwabinger Wohnung – sie hat noch mehrere andere – ist sie schon
WeiterlesenVelwechsert
„R.I.P. Andrea Jürgens Ruhe in Frieden“, lese ich gerade auf FB, und darunter der mitfühlende Kommentar: “ Auch von mir R.I.P liebe Andrea Berg.“ (passiert… bei der Laptopmucke, wie sie alle beide machen …)
WeiterlesenScreenshot
Mittwoch, Aula Uhlandstraße. Manchmal, im Rauschen der täglichen Bilderflut, macht mein Unterbewusstsein einen Screenshot. Eingefrorene Wirklichkeit, Dokumentation eines Lebensaugenblicks. Was mache ich hier? Mein Rückgrat, Beine, Arme, Hände, wie einbetoniert, halten meine Maske aufrecht. Nicht fallen lassen, nicht fallen lassen, darauf kommt es an. Der Klang unendlicher Reden, austauschbarer Satzbausteine von immer ausgetauschten Stimmen, durchwabert die aufgeheizte Luft, Kindergefiedel auf Kontrabass markiert den Wechsel, lähmt Bewusstsein und Luftzug gleichermaßen, blödes, depressives Kontrabass. Weit offene Fenster ändern auch nichts an der Mittagshitze. Weit weg scheint das so nahe Grün der Bäume überm Neckar, der Kühle nur vortäuscht. Applaus, Applaus, wer redet,
WeiterlesenBequem
Diffamierung ist schon immer ein bequemes Mittel gewesen, mit unbequemen Wahrheiten umzugehen. (Aktuell zu beobachten am Umgang mit Jutta Ditfurth. Ditfurth ist eine harte Nuss. Aber immer bestens informiert. Unser weiblicher Panzerknacker im männlichen Medienkrieg.)
WeiterlesenOhne Gründe
Sonntag, B.N. 32 Journalisten sind von der Berichterstattung des ohnehin aus dem Ruder gelaufenen G20-Gipfels in Hamburg ausgeschlossen worden. Nachdem sie die Zulassung schon hatten, wurde sie ihnen, ohne Angabe von Gründen, wieder entzogen. Warum? Warum gerade diesen 32? Was sie offenbar verbindet: Mehrere der Betroffenen hatten in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit der türkischen Regierung, heißt, sie haben sich kritisch über den türkischen Staat oder über Erdogan geäußert. Steckt also der türkische Geheimdienst dahinter? Fest steht, dass jedem in Hamburg diensthabenden Polizisten „schwarze Listen“ mit den Namen der 32 Journalisten ausgehändigt worden sind. Neun von ihnen wurden komplett ausgeschlossen, die
WeiterlesenUnd wieder eins im Kasten
Samstag, B.N. Anrührendes Interview mit einem mega interessanten Schauspieler und Musiker bei ihm zu Hause, in der Nähe von Bonn. Begrüßung durch die ganze Family, dann langes und sehr intensives Gespräch, bei dem er sich und seine Erinnerungen nicht schont. Guter Typ, gute Einstellung. Macht sein Ding. Ganz locker, ganz bodenständig. Sieht sich selbst nicht als Promi – ha!
WeiterlesenGebundene Hände
Donnerstag. Die dreieinhalb Stunden in der Oberbehörde hätte ich mir sparen können. Eine behördliche Entscheidung rückgängig zu machen, kommt so selten vor wie Schnee im August, nämlich nie. Widerspruch zwecklos. Hilfe von Dritten wirkungslos. Selbst die Tatsache, dass der Oberbehördenobermacker deine Sichtweise teilt, dass er dich sogar nett findet und alles mögliche über dich und deine berufl. Aktivitäten weiß, bringt dir gar nichts. Ihm seien die Hände gebunden. Von wem? Vom Ministerium! Ah, ja …
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