Sommersonntag

Sonntag. Family life – L. ist mit dem L.chen und dem T.chen für 10 Tage in Tübingen. Zusammen mit den Frischverheirateten T. und E., Gerhard und Gertrud und PM genießen wir im Camapanile den lauen Sommerabend auf der großen Wiese des Gartenlokals im Französischen Viertel. Auf dem ziemlich weiten Weg dorthin finden wir bei mir um die Ecke einen Kinderwagen zu verschenken. Wie praktisch! Wir packen das L.chen und das T.chen abwechselnd rein, möge das klapprige Teil die 10 Tage durchhalten! PM versucht aus dem L.chen einen Borussia Mönchengladbach-Fan zu machen und erzählt ihm allerlei Quatsch. Das L.chen lauscht ihm

Weiterlesen

Starten

Freitag. Dass mein neues Buchprojekt irgendwie lahmt, habe ich längst gecheckt. Das 1. Interview verlief langweilig. Kein Satz, der mich ansprang, kein Kick, der mich in den Himmel hob. Konnte dem „Hidden Champion“ einfach nichts entlocken, das meine Neugier geweckt hätte. Es lag an mir, da gab es nichts zu beschönigen. Und dann sprach es einer, der etwas davon versteht, aus: Zu beliebig! Todesurteil. Mir war sofort klar, dass er recht hatte. Deprimierende Tage folgten, ich zermarterte mir das Gehirn, was in dem Interview anders hätte laufen müssen. Ich verlor jede Lust. Beliebigkeit ist wirklich das Allerletzte.Endlich erzähle ich PM

Weiterlesen

Weisheit

Montag. Hagia Sophia bedeutet Heilige Weisheit. Dem türkischen Präsidenten hat es gefallen, aus der seit 1934 unter Atatürk zum Museum umgewidmeten Kirche wieder eine Moschee zu machen. Das war sie schon einmal, nachdem 1453 die Osmanen Konstantinopel erobert hatten; damals wurden der ursprünglichen Hauptkirche des Byzantinischen Reiches auch die vier Minarette aufgepfropft. Die türkische Religionsbehörde muss nun noch klären, was mit den Fresken und Mosaiken passiert; wegen des Bilderverbots im Islam müssen sie zumindest während des Gebets abgedeckt werden. Erdowahn hat seinen Beschluss ohne irgendwelche Absprachen mit der UNESCO oder mit den Oberhäuptern der orthodoxen Christenheit durchgezogen. Deren Entsetzen scheint

Weiterlesen

Corona Diary / Bunt

Sonntag, B.N. Bolsonaro habe seine Infektion wohl nur vorgespielt, wird jetzt gemunkelt: Weil er schon nach zwei Tagen so prächtig rekonvaleszent in die Fernsehkameras grient und sich auch schon wieder mit wichtigen Leuten trifft, so um dem Volk zu demonstrieren, wie harmlos das Corvid 19 Virus eben wirklich sei und nichts weiter als eine kleine Grippe.Freitag Abend beim Essen im Bell’s weist Markus uns auf seine neueste Errungenschaft hin: Einen riesigen Baum in einem riesigen, quadratischen Metallkübel. Er zeigt uns Fotos von der Aktion, wie das Monstrum vor wenigen Tagen hier in den Innenhof reingekommen ist: Mit einem Kran über

Weiterlesen

Das Lied vom Tod

Dienstag. „Ich, Ennio Morricone, bin tot.“ Die letzten Zeilen des sterbenden Musikgenies und zweifachen Oskar-Preisträgers, die wir heute der Presse entnehmen durften, machen Gänsehaut, so anrührend sind sie. Morricone verabschiedet sich darin von Freunden und Familie und ganz besonders von seiner Frau Maria, mit der er seit 1956 verheiratet war. Bei einem der vielen Kindergeburtstage der Kamener Pfarrersfamilie Szameit saß ich unterm Esstisch und wartete darauf, entdeckt zu werden. Wir spielten Verstecken im Dunklen, und eigentlich hoffte ich inständig, ganz lange nicht entdeckt zu werden. Die Dunkelheit war umfassend. Als würde ich unter einer Decke stecken, sah ich nichts in

Weiterlesen

Für Debbie

Am 1. Juli wurde Debbie Harry alias Blondie 75 Jahre alt, und zufällig finde ich heute eine Tribute-Passage an sie: Laabs Kowalski hat sie in seinem Roman So zärtlich war das Ruhrgebiet* geschrieben: 1987 war ein ganz besonderes Jahr, denn ich bekam meinen allerersten Kuss. Mit Zunge! … Noch aber war es nicht so weit, das Jahr hatte gerade erst begonnen und rückte zunächst eine ganz andere Frau in mein Bewusstsein: Debbie Harry. Im Februar tauchte sie mit ihrer Band Blondie erstmals im Fernsehen auf, mit einer Coverversion des Songs „Denise“ von Randy & The Rainbows, und sie machte uns

Weiterlesen

Corona Diary / Peace im Sommer

Samstag. Der Sommer mit seiner milden Wärme lässt einen träumen. PM und ich im Meze, wir haben uns viel zu erzählen, wir haben uns eine Woche lang nicht gesehen. Er arbeitet an einem Artikel über Gefäßchirurgie für eine Fachzeitschrift, ich konzentriere mich auf mein neues Buchprojekt. Corona macht die Menschen müde, alle reden davon, wie müde sie sind und dass sie dauernd einschlafen könnten. Uns geht es genauso. PM meint, dass sei die Depression, die das Virus auslöst. Ich habe viel aufgeräumt und ausgemistet in der letzten Woche. Jetzt bin ich voller Tatendrang. Die Müdigkeit geht mir auf die Nerven,

Weiterlesen

Ws stmmt ncht …

… wenn du bei einem Lied im Radio anfängst zu weinen, bei dem du sonst gekotzt hast? … wenn du deinen fiesen Nachbarn superfreundlich grüßt, der deinen dummerweise am Briefkasten stecken gelassenen Hausschlüssel einkassiert und dir damit so richtig Stress gemacht hat? … wenn du zu deiner aufgebrachten Lieblingskollegin sagst: Mach nicht so ne Welle! … wenn du die flachen Latschen statt der roten Highheels trägst und behauptest, die sähen besser aus? … wenn du seit zwei Wochen nicht schaffst, die wichtigste Person für dein neues Projekt zu kontaktieren?

Weiterlesen