Team- und Soloplayer

Donnerstag, Diano Marina. Sieben ist gruppendynamisch betrachtet keine besonders gute Zahl. Mit Abgrenzung beschäftigt, manches geht mir gerade tierisch auf die Nerven (die abendlichen Besäufnisse des einen, die uninspirierenden Angebergeschichten der anderen …). Habe mich heute in Zuccarello verliebt. Auf der Rückfahrt von Genua haben wir, d.h. PM und ich, es entdeckt, im Hinterland von Albenga. Das Dorf liegt im Neva-Tal. Von der Straße aus, auf dem Weg nach Castelvecchio di Rocca Barbena, ist sie mir aufgefallen: Die mittelalterliche Kulisse aus zünftig verratzten Häuserrücken und einer uralten Steinbrücke über die Neva. Nachdem uns Castelvecchio nicht so umgehauen hat, wie es

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Was ist Liebe?

– ich meine nicht diese schwache Sauce mit Spielereien und Eifersucht und Angst (gibt es Liebe ohne Angst?), sondern ein Fundament, mit dem Hauch von Vollendung, die Liebe als reines Glück unter dem mediterranen Vollmond …

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Aufbruch

Samstag. Nach Übernachtung in Tübingen und Koffer umpacken für Sonne und Urlaub heute Weiterfahrt nach Italien (im Koffer meine neuen, hippen Sachen von Rinascimento, knallbunter Rock, orangenes Top, gelber Sweater … aaah, ich freue mich!). T. und Ye sind nicht da. Wo sind sie??? Sofort diese Mamasorgengefühle, dabei ist ihr Status – ja, auch T’s. – der eines Mitbewohners, daran muss ich mich gewöhnen. Es ist früh am Morgen, ich sitze an meinem Arbeitsplatz in meiner Wohnung und könnte jetzt auch da weiterarbeiten, woran ich die Woche über in B.N. gearbeitet habe. Schreiben ist eine asoziale Tätigkeit. Du willst deine

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Philip Roth tot

Mittwoch, B.N. Philip Roth ist tot. Wie traurig! Ich liebe jedes seiner Bücher, jedes seiner Bücher war / ist ein persönlicher Gewinn für mich. Pulitzer-Preis ja, Literaturnobelpreis nein – schade! Eines seiner Lieblingsbücher war Max Frischs Stiller … wie schön!

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Wilde Woche

Pfingstmontag, B.N. Wer spricht heute noch von Ex-Agent Skripal und dem Nervengift Nowitschok, das angeblich nur aus Russland stammen konnte? Niemand, denn wie sich vor drei Tagen plötzlich – wodurch eigentlich? – herausstellte, hat noch ein Land den gefährlichen chemischen Kampfstoff besessen: Deutschland! Genauer: Der Auslandsgeheimdienst BND, der Mitte der 90er Jahre durch einen Überläufer aus Russland daran gekommen sein soll. Und auch noch mindestens fünf weitere westliche Länder verfügen nach den jüngsten Enthüllungen über die Formel für das Nervengift. Die Angelegenheit soll in der nächsten Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags behandelt werden. Und der BND? Schweigt. Was ein absolut krasses

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Schuld und keine Sühne

Samstag. Was für eine mörderische Heuchelei … nicht, dass man mir Amerikafeindlichkeit vorwirft, aber wenn Trump jetzt wieder bei einem dieser (laut Betroffenen / Zeugen aus erster Hand auf den IS zurückgehenden, was jedoch niemand wahrhaben will, weil ja Assad Schuld sein soll) Giftgasangriffe in Syrien Menschlichkeit und Menschenrechte einfordert und ganz vergisst, dass es die Amis waren, die Tausende Tonnen Napalm auf Korea und Vietnam und auf Korea dann nochmal Tausende Tonnen Agent Orange abgeworfen haben – die Betroffenen schnitten sich, wenn sie noch konnten, eigenhändig ihre Gliedmaßen ab, um den höllischen Schmerzen zu entkommen – und wenn die

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Ich muss, ich soll, ich darf …

Dienstag. Aktuelle Konfliktlage: Ein Geflecht aus Zwängen und Entscheidungen. Your Über-Ich is watching you … Löst Flashback bei mir aus: Zwanzig Jahre fatale Fehlurteile, fatale Fehlentwicklungen, sämtliche in der Überzeugung, das Richtige und Gute zu tun: Immer wieder, und immer wieder sehenden Auges bzw. Augen zu und durch angesichts der sich abzeichnenden Widersprüche! Weil ich dachte, ich muss, ich muss, ich muss … Man ist nicht immer Herr in seinem eigenen Haus, höre ich Dr. K.’s Stimme. Gestern Nacht kam eine Dokumentation über die Ehe von Schah Reza Pahlavi mit seiner großen Liebe Soraya. Man weiß ja nie, warum man

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Schuld

Montag, sehr früh morgens. Der Regen hat die Blüten von den Akazien gefegt. Zusammengeschoben liegen sie am Boden wie ein alter, durchgetretener Teppich und duften mit letzter Intensität ihren süßen, die Grenze zum Tödlichen überschreitenden Duft. Ein melancholisches WE liegt hinter mir. PM ist noch ganz gefangen vom Todesgeschehen seiner Mutter und den Was-wird-werden-wenn-Fragen, die eher seinen Vater betreffen. (Als wüssten es die Alten nicht selbst seit achtzig oder noch mehr Jahren, dass es zum Ende hin ans Sterben geht … gucken sie bei diesen Fragen in die Luft … Jahr um Jahr … hartnäckig hartohrig … irgendwann werden die Kinder

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Klartext

Freitag, B.N. Eine junge Frau im Zug zu einem kleinen Teufelsbraten (Wanst, würde PM sagen), der das ganze Großraumabteil in Atem hält, aber keiner sagt was wg. kinderfeindlich und so: Ey, halt ma Fresse, du nervst! Kind erstarrt – und schweigt. Endlich.

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