Schwarz

Montag. Ich sehe ein Bild. Und plötzlich wird mir das Licht ausgeknipst. Zappenduster ist es vor meinen Augen, nicht dunkel, sondern schwarz (keine Konturen, kein Raum). Ich fahre hoch, jetzt bin ich blind, denke ich entsetzt. Es war aber nur ein Traum. (Das Fenster. Licht, das durch den Rollladen dringt). Ein sehr irritierender, wie eine Art Fehlschaltung im Gehirn.

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Jakob – Jerome

Donnerstag. Mein Lieblingsvetter, mein bester Freund, mein wichtigster Berater von Kindertagen an, mein kluger, immer zugewandter Jakob, ist gestern gestorben. Hier in meinen Blogbeiträgen heißt er Jerome, den Namen hat er sich selbst ausgesucht. Lebensverlängernde Maßnahmen wollte er nicht mehr. Er hat sich seiner Krankheit ergeben. Ich bin unendlich traurig. Eine Welt ohne Jakob ist keine vollständige Welt mehr. (Mein Geschenk, ein Kochbuch von Maria Gross mit persönlicher Widmung, kam leider einen Tag zu spät.) Liebe ist, das Leiden gemeinsam zu schultern. Liebe ist, dich gehen zu lassen, wenn dir die Last zu schwer wird. (Beret)

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Maria Groß

Sonntag, Eisenach. Interview mit Maria Groß, die genauso lustig, hübsch, intelligent, unabhängig, schlagfertig, politisch, warmherzig … ist, wie ich sie mir nach intensiver Recherche vorgestellt habe. Und die Bachstelze: Ein pippilangstrumpfmäßig kunterbuntes Wohlfühlnest im Erfurter Stadtteil Bischleben, wo ich unbedingt mal mit PM essen möchte … Schönes Gespräch, danke! Für Jerome, der seit Jahren Fan von Maria Groß ist, habe ich das Kochbuch Maria – gerne ohne Sterne erworben, das sie für ihn signiert hat. Er wird sich freuen.

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Ein schöner Tag

Mittwoch. Nach 2-jähriger Coronapause endlich wieder an die Öffentlichkeit: 7 Jungautorinnen und ich fahren morgens nach Stuttgart, um unser Jahres-Highlight mit unserer jahrelang erprobten Choreografie zu feiern: Zum Auftakt eine Schreibübung in der Markthalle (oben auf der Treppe oder unten am Brunnen), Besuch des Kunstmuseums mit Sonderausstellung zur AI, Essen fassen bei irgendeinem Imbiss und dann rein in das weiße, würfelförmige Wunderwerk der Architektur. Kaum betrittst du das Hallenquadrat, den Kopf im Nacken und den staunenden Blick auf die Decke in weiter Ferne gerichtet, überfällt dich andächtiges Schweigen. Wozu ist das?, fragt einer und weiß die Antwort selbst. Die Ausmaße

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Lachen oder heulen?

Mittwoch. Gestern Abend bestätigte die US-Regierung, dass die Geheimoperation , die zur spektakulären Sprengung der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 in 70 Meter Tiefe führte, von Top-Profis durchgeführt und aus der Ukraine heraus geplant wurde. Die ukrainische Regierung gibt sich den Namen Hase: Angeblich hat sie keine Ahnung von den Vorgängen und behauptet, nichts damit zu tun zu haben. Auch Biden hält die Hand über Selenski: Es lägen keine Beweise für dessen Befehlsgewalt in der Sache vor. Erst vor wenigen Tagen hatte der US-Enthüllungsjournalist Seymour Hersh auf seinem Blog veröffentlicht, nach seinen Ergebnissen seien die USA für den Sabotageakt verantwortlich.

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Dreckig

Dienstag. Dieser Krieg wird immer dreckiger. Sofern er das nicht von Anfang an war und die Details nur zu spät bekannt werden. Ukrainische  Kinder aus SOS-Kinderdörfern wurden nach Russland verschleppt, offenbar unter dem Deckmantel des russischen Verbands – mein Gott, da ist jedes weitere Wort falsch und überflüssig. Es gibt sowieso niemanden, der diesen Angriffskrieg befürwortet. Auch international gibt es keine Unterstützer, nur Länder, die sich mit der öffentlichen Verurteilung zurückhalten. Politik ist das Handeln nach interessegeleiteten Strategien. Mit Moral oder Werten hat das nichts zu tun, oder nur sehr wenig. Auch die sog. feministische Außenpolitik der dt. Außenpolitikerin –

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Klarstellung

Donnerstag. „Baerbocks feministische Außenpolitik dient als Feigenblatt für eine Außenpolitik, die auf die rücksichtlose Durchsetzung geopolitischer Interessen, Militarisierung und Konfrontation abzielt. Wer wie die Grünen-Außenministerin Waffenlieferungen an islamistische Diktaturen wie Saudi-Arabien, Katar oder die Emirate genehmigt, die Frauenrechte mit Füßen treten und Frauen im blutigen Krieg im Jemen zu Tausenden zu Opfern machen, entlarvt sich selbst und braucht von feministischer Politik nicht zu reden. Anstelle neuer Marketing-Strategien zur Irreführung der Öffentlichkeit braucht es im Auswärtigen Amt eine Wende hin zu einer friedlichen Außenpolitik, die auf Diplomatie, soziale Entwicklung und Verständigung statt auf Krieg und Aufrüstung setzt. Das wäre tatsächlich im

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Deutsch-ukrainische Kooperation

Mittwoch. In meiner Schreibwerkstatt wächst ein wunderbares deutsch-ukrainisches Projekt heran: Gemeinsam schreiben wir Geschichten. Am 22. März werden wir sie in der Stuttgarter Stadtbibliothek öffentlich präsentieren, dabei lesen die drei Ukrainer*innen ihre Texte auf Russisch und werden von einer zweisprachigen Schülerin ins Deutsche übersetzt. Heute rückte die Stuttgarter Zeitung an: während wir unser übliches Programm durchzogen (Schreibaufgabe bei Heiße-Liebe-Tee, Hanutas und Balistos) , stellte die Journalistin H. Lorenz viele Fragen und eine Kamerafrau machte gefühlt tausend Fotos. Am Ende zeigen sich beide verblüfft und beeindruckt von der Qualität unserer Texte. Yeah! Wie gut sich das anfühlt: wahrgenommen zu werden. Auf

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Dümmster Satz des Tages

Dienstag. „Für mich persönlich sind Menschenrechte höher einzustufen als Pazifismus.“ Spricht Großheuchler Armin Papperger, CEO von Deutschlands größtem Rüstungsunternehmen Rheinmetall und größter Profiteur des Ukrainekrieges (am 27.02.23 live auf der Pioneer One, Pioneer Morgenbriefing) … … und schüttelt traurig den Kopf über das Manifest für Frieden … diesen immer stärker werdenden Hemmschuh seiner gut gefüllten Auftragsbücher …

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