Mittwoch. Wunderbares Interview mit einer wunderbaren Frau. Ich kenne sie aus Filmen, und jetzt sitze ich in ihrem Wohnzimmer mit Panoramablick und esse Pflaumenkuchen. Eine, die erzählen kann. Mit ihrer wohltuenden Stimme. Unaufgeregt, strukturiert. Sie hat Wichtiges zu sagen. Was für ein Nachmittag, was für eine Geschichte.
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Das Schweigen der Väter
Gerade einen sehr berührenden Dokumentarfilm von André Herzberg gesehen: Die Suche nach der Identität. Schon strange, wie sich die Geschichten gleichen, egal ob in Ost- oder Westdeutschland. Wie verstörend ängstlich verborgene Familientabus – zum Beispiel das Jüdischsein – auf unsere Generation wirken, um dann, Ironie der Geschichte, umso stärker hervorzubrechen… Bei allen biografischen Unterschieden finde ich so viel Nachvollziehbares in Herzbergs Geschichte, dass sie mich jetzt nicht mehr loslässt, und das ist ja der Sinn einer guten Doku.
WeiterlesenWarten
Oje, wenn PM sich mal 12 Stunden nicht meldet, drehe ich durch …
WeiterlesenAls wäre
Dienstag. Gerade frage ich mich, während ich die müde Kaffeeplörre aus transparentdünnem, folglich brandheißem Plastikbecher schlürfe und das Stück Welt zwischen Mainz und Mannheim an mir vorbeiziehen lasse (durch die Erhabenheit des Zugfensters), was sie heute im „Amt“ ohne mich machen. Komisches Gefühl. In B.N. so krank geworden, dass ich nicht nach Hause fahren konnte. Der Winter ist zurück. Außentemperatur um die 7 Grad, der Himmel ein Wolkengebräu, dazwischen babyblaue Fenster, die der Wind sofort wieder zuschiebt. Aber die Wiesen sind knallgrün und knallgelb und reichen bis an den Horizont, wo sich Windräder drehen und Hügelketten verblassen, als wäre es
WeiterlesenGrenzen
Samstag, B.N. Beim Einkaufen die Ex von PM getroffen und kennen gelernt. Umarmung, ob du willst oder nicht, ansonsten alles harmlos, unaufregend, fast schon tiefenentspannt. Ich verstehe jetzt das Erstaunen mancher Leute bei M. und mir. Es gibt Partner, denen entwächst du einfach mit den Jahren. Nicht ihre Schuld, aber deine auch nicht. Nur, dass die das eher zu realisieren scheinen als du selbst. Und dann geben sie dir nochmal den finalen Arschtritt aus lauter Wut über ihren eigenen Stillstand. (Später ist man ihnen vielleicht sogar dankbar …) Kreative können nicht stillstehen/stehenbleiben. Selbst wenn sie wollten. Sie wollen aber gar
WeiterlesenWG – people
Freitag. Dann sind wir ab Mai wieder eine Dreier-WG. Die Neue, eine lebendige, in Trennung lebende Theologin, arbeitet – deadline im Sommer – an ihrer Promotion und passt mental und auch sonst zu Steve und zu mir. Beim WG-Casting war die Sache schnell durch. Die eine wollte alles anders, die andere kam erst gar nicht. Bei Karina wurden aus der vorgesehenen halben zwei ganze Stunden. Sie quasselt, bis der Arzt kommt, lacht viel und gerne, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, wie seinerzeit Steve, der mich eben mal umdrehte, wo ich bei wg-gesucht.de doch ausdrücklich „Mitbewohnerin“ geschrieben hatte … Hab ein
WeiterlesenEin Mittwoch
Mittwoch. Heute Nachmittag zwei Luxusstunden auf der Terrasse in der Sonne gelegen, gelesen und geschlafen. Abends mit T. im HAUPTbahnhof gegessen. Jetzt noch bisschen arbeiten, K. Barths Dialektische Theologie auffrischen …, extrem theoretisch, das Innovative/ Explosive kaum noch nachvollziehbar …
WeiterlesenRäumung
Montag. Das Haus der Eltern zu räumen ist kein Spaß. Die Uralterinnerungen, die einem dabei entgegenfallen, absichtslos, einfach weil sie da sind – teilweise unerträglich. Die Brücke zur Familie immer brüchiger. Der inkarnierte Vorwurf: Was sind schon 300, 600 km, das ist nichts, das können die machen, für mich, die ich mir solange die Augen zuhalte, halte sie zu, bis auch diese Sache – welche auch immer – wieder geregelt ist, natürlich falsch, die machen ja immer alles falsch, und auch diesmal wird es falsch sein, wieder mal wie immer, wie immer! Was wäre dagegen ein Dankeschön, eine kleine Ermutigung,
WeiterlesenAch, Angie!
Samstag. Ach Angie, musste das sein!!! Warum hast du den doofen Paragraf 103 nicht einfach gestrichen? „Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten“ – ist doch wirklich ein antiquiertes Ding. Die Sache wäre vom Tisch und Erdogan hätte ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt. Wo er sich doch gerade erst so fleißig in das StGB eingearbeitet hat. Zack, weg mit dem Paragrafen, das wäre mal eine ANSAGE gewesen. Aber da sind ja die Flüchtlinge, die du erst empathisch, jedoch, sagen wir, etwas ungeordnet gerufen hast und die dein neuer Freund Erdo nun für dich wegräumen soll. (Die Drecksarbeit machen
WeiterlesenWer, wie
Freitag. Gestern I. getroffen, G. macht jetzt doch Chemotherapie. Sie arbeiten viel zusammen im Garten, was G. gut tut. Als ich Chris wegen seiner abgestellten Kaffeetassen plus eingetrockneter Ringe anmeckere, spuckt er auf seinen Handballen und rubbelt die Ringe von meinem Platz weg. Du siehst es ja nicht, sagt er und lacht sich schlapp über seinen Witz. C.’s Party am Samstag war so langweilig, dass PM sich immer noch ärgert. Steve ist wieder im Lande, er war fünf Wochen weg und die Bude ziemlich unlebendig ohne ihn und nur mit Tanja, von der ich so gut wie nichts mitbekomme. (Sie schleicht wie ein Panther, öffnet und
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