Mittwoch. Die Rechten auf dem Vormarsch in vielen europäischen Ländern, Neuwahlen in Frankreich: das ist die Abstrafung einer Kaste, die sich vom Volk entfernt hat, so die französische Politikwissenschaftlerin Dr. Claire Demesmay: „Viele fühlen sich nicht ernst genommen von den Entscheidungsträgerinnen und -trägern in Paris. Zumindest haben sie den Eindruck, der Präsident versteht sie nicht, weil er auf einem anderen Planeten lebt.“ Ihr Fazit lässt sich wohl auch auf andere europäische Staaten übertragen. Und immer noch fällt der Ampel nichts Besseres ein als auf ihre politischen Gegner*innen einzudreschen, so wie SPD-Klingbeil, der die AfD-Weidel am Wahlabend wütend über ihren Wahlerfolg
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Schlafen
Dienstag. Alle drei haben eine 1 kassiert. Mit Fachkenntnis, flüssiger Rede und Eloquenz überzeugen sie uns, die Prüfungskommission. Und ich denke bei mir, während ich auf ihre Antworten zu reagieren versuche und die nächste Fragen stelle: Die Mühe hat sich gelohnt. Sie sind gut!, jeder auf seine Art. Ich muss gar nicht groß kämpfen, die Große Vorsitzende zieht mit und ist zufrieden. Ich auch, und dann Handschlag einer nach dem anderen, und sie marschieren aus dem Prüfungsraum. Das kenne ich noch vom alten „Amt“, da werde ich immer auch ein bisschen melancholisch, weil ich sie vielleicht nie mehr wiedersehe. Anschließend stehe
WeiterlesenIch freu mich
Sozusagen grundlos vergnügt . Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehen Und daß es regnet, hagelt, friert und schneit. Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit, Wenn Heckenrosen und Holunder blühen. – Daß Amseln flöten und daß Immen summen, Daß Mücken stechen und daß Brummer brummen. Daß rote Luftballons ins Blaue steigen. Daß Spatzen schwatzen. Und daß Fische schweigen.. Ich freu mich, daß der Mond am Himmel steht Und daß die Sonne täglich neu aufgeht. Daß Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter, Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter, Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
WeiterlesenFalsches Lachen richtig verstanden
Im Berliner Abgeordnetenhaus geht es um den Mord an dem Mannheimer Polizisten Rouven Laur, der im Rahmen einer islamkritischen Veranstaltung am 31.05.24 Dienst gemacht und sein Leben verloren hat. „Ist Mannheim tot?“, unterbricht launig die Grünenabgeordnete Tuba Bozkurt die Rede von Innensenatorin Iris Spranger und erntet für den Gag spontanes Gelächter von ihren Parteifreund*innen. In den Rängen des Abgeordnetenhauses sitzen auch Kolleg*innen des ermordeten Polizisten. Was in ihnen wohl in dem Moment vorgegangen ist? Anschließend entschuldigt Bozkurt sich auf Social Media für den Faupax. Es ist aber gar kein Faupax. Es ist auch kein Irrtum. Und deshalb auch nicht zu
WeiterlesenRegenpause
Freitag, Tübingen. Sonne nach dem wochenlangen Regen – ein Handtuch, ein feines Buch (Hard Boiled Hard Luck von Banana Yoshimoto), und ich bin glücklich.
WeiterlesenAuf den Punkt gebracht
Lagebild #13: Antisemitische Allianzen seit dem 7. Oktober
WeiterlesenIch rege mich nicht auf …
Dienstag. dass die Ukraine mit Kanzler-Zustimmung Waffen aus Deutschland gegen militärische Ziele in Russland abfeuern darf, dass nur einen Tag zuvor die US-Regierung der Ukraine erlaubt hat, amerikanische Waffen gegen Militärziele auf russischem Gebiet einzusetzen, dass Rheinmetall als neuer Sponsor bei Borussia Dortmund einsteigt – nachdem die Fohlen von Mönchengladbach den Deal mit dem Düsseldorfer Waffenhändler ausgeschlagen haben ( BVB-Trikots zukünftig mit Panzeraufdruck?), dass der Mannheimer Anschlag auf einen Islamkritiker, bei dem ein Polizist ermordet wurde, die letzte Meldung in den Nachrichten war – ohne Nennung der Herkunft des Täters (Afghanistan) und der Umstände (2014 abgelehnter Asylantrag) – und das,
WeiterlesenAuszeit
Mittwoch. Das lange Wochenende in Weimar hat gut getan. Das Zusammensein mit Frieder, Kathrin, Rainer und Christina auch. Frust bei der Arbeit, ein sinnloser Streit, Prüfungen, tagelange Korrekturen in den letzten drei Wochen sind für die Psychohygiene nicht gerade förderlich. Austausch ist für mich die beste Medizin. Wenn der noch in einem schönen Garten mit Freunden und gutem Essen und seltenen Getränken stattfindet, um so besser. Auszeiten – das ist gerade mein Thema ….
WeiterlesenManazuru
Donnerstag. Hiromi Kawakami hat in ihrem Roman Am Meer ist es wärmer das lange Ende einer Liebesbeziehung beschrieben. Darüber gibt es schon unendlich viele Bücher, aber Kawakami, die zu den bekanntesten Schriftstellerinnen Japans gehört, fokussiert den Schmerz, die Verletzung, die Eifersucht, den Hass und das Begehren eines Geliebten, der nicht mehr da ist, atmosphärisch in einer solchen Zartheit und Intensität, dass es direkt ins Herz zielt. Rei, der junge Familienvater, ist eines Tages verschwunden. 13 Jahre ist das her, seine Frau Kei hat inzwischen einen anderen Mann gefunden, mit dem sie intellektuell und sexuell zwar gut harmoniert, doch nicht annähernd
WeiterlesenLiebe Grüße
Liebe Grüße, schließt seine belanglose Nachricht ab. Zeigt das unangemessene Wording nach 13 Jahren mir vor allem eins: Es gibt Menschen, um die machst du besser einen ganz großen Bogen. Der deckenhohe Weihnachtsbaum, wie aus dem Himmel gefallen saust er auf mich zu. Verfolgt mich noch heute in schlechten Träumen. Während ich am Boden hocke, um den Platz für die Landung freizuräumen. Und als ich zufällig hochschaue … sein teilnahmsloses Gesicht überm Balkongeländer im 5. Stockwerk … das sind Momente, die du nie vergisst. Liebe Grüße.
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