Das Fest

Sonntag, B.N. „Das Fest“ im Theater Bonn gesehen. Ein unerträgliches, an die Substanz gehendes und deshalb saugutes Stück. Mit mutigen, großartigen Schauspielern: Bernd Braun, Benjamin Grüter, Benjamin Berger, Sophie Basse u.v.a.. Nur zwei Leute haben die Aufführung verlassen: Mutig auch das Publikum.  Ernsthafter, kritischer und gesellschaftlich relevanter kann Theater kaum sein. Will jetzt eigentlich auch gar nichts weiter darüber sagen, außer dass es sich um eine Veranstaltung mit nachhaltiger Wirkung handelt. Lustig:  Vor zwei Wochen habe ich „unser“ Familienfest platzen lassen aufgrund unüberwindlicher Differenzen bezüglich der Auffassung von Familienfest.  Familie als Tatort. Und eine Elterngeneration, die – obwohl durch die Geschichte

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Wie aggressiv ist erlaubt?

Dienstag. Solange du dabei nicht destruktiv bist, solange du Kommunikation, Kontakt und den Weg nach vorne suchst – warum nicht? Aggression im guten Sinne sucht zuerst nach dem Missklang im Akkord und dann nach der Lösung. Aggression hat auch was mit Kreativität zu tun. Mit Leidenschaft. Harmlose Leidenschaft kannst du vergessen, gibt’s nicht. Manche finden schon aggressiv, wer seine Meinung kundtust. Das wollen die nicht, da fühlen die sich angegriffen. Klarheit ist für die wirklich bedrohlich. Die sogenannten Friedlichen gehen dem Streit lieber aus dem Weg. Sie denken, sie sind so friedlich, dabei ducken sie sich bloß weg. Und merken

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Jeansblaue Augen

Sonntag. Vorgestern war noch italienische Riviera. Shopping im Städtchen, nachmittags Intensivbaden und -sonnen und zum Abschluss eine ausgedehnte Esserei – Fisch laut PM Note 1, Beilagen Note 2, weil nicht genug für einen „Mann der Arbeit“, Zitronensorbet Note 1, Stimmung 1 plus. Das Essen mit anschließender Bar-Visite zog sich bis ziemlich nach Mitternacht. Auf dass der Hotelportier unser Klingeln nicht hörte und wir vor dem Eingang herum hingen wie früher vor dem verschlossenen Tor der Jugendherberge (Bispingen!!!). H. hatte Geburtstag. Eine gelungene Überraschung von mir ließ ihn mal im wörtlichen Sinne sprachlos werden, was bei H. so selten vorkommt wie eine vorbeifliegende

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Ein Tag in Menton

Donnerstag, Diano Marina, Ligurien. Obwohl nur wenige Kilometer von Diano Marina entfernt, ist die Atmosphäre in Menton eine andere. Menton ist gepflegt und mondän. Gigantische Privatjachten liegen im Hafen, prachtvolle Villen an den Strassen und Hängen und der Look der Frauen ist hochwertig und pur. Dagegen die Italienerinnen übertreiben es gerne. Auf italienischen Straßen geht es laut, bunt und glitzernd zu. Kein Kleid ohne Strass, die Sonnenbrillen sind riesig, der Schmuck vor allem schwer, und an den Häusern bröckelt der Putz. Das stört keinen großen Geist. In seinem alten Leben war PM war schon in Menton gewesen, ich in meinem

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Leichte Brise

Mittwoch. Tage voller Sonne und Freude, kann man darüber überhaupt schreiben? Ich glaube nicht, und über die in Vollmondlicht getauchten Nächte, das Meeresrauschen und die leichte Brise, die die Vorhänge bauscht, erst recht nicht. Ich befürchte, wenn es mir noch länger so gut geht, verliere ich die Kraft zum Schreiben.

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Eine Hommage an Tübingen

Und der Film war brillant! Wie die ganze Veranstaltung. Über hundert Leute waren an diesem Sonntag Morgen im Atelier zusammengekommen, um sich T.’s Werk anzuschauen. Eine Stunde der Begrüßungen und des Wiedersehens mit Sekt und Fingerfood, Wohlgesonnenheit und freundlichen Worte für die beiden Künstler/Filmer. Eine Stunde voller Erwartung. Dann, nach kurzer Einführung durch T., der Film. Zwischentöne – Die Musiker vom Nonnenhaus: Das harte Leben auf der Straße. Die Freude der Musiker über ein wenig Anerkennung durch Tübinger Passanten. Die demütige Haltung derer, die vom hergeschenkten Geld leben. Melancholische Szenen, liebevolle filmische Details – das Hi an der Wand hinter einem

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Zwischentöne – Die Musiker vom Nonnenhaus

Sonntag Morgen. In drei Stunden ist es soweit. Nur die Käsehäppchen müssen noch gemacht werden, alles andere steht schon zum Transport bereit. K. und H. kommen gleich helfen. Ohne ihre und PM’s Unterstützung hätten wir es unmöglich geschafft. H. und K. haben bei Dorle übernachtet, die Katze war ein Problem, als K. die Katze entdeckte, wäre sie am liebsten wieder umgekehrt. Erst als wir im Meze abendessen waren, hob sich die Stimmung wieder. Gleich, um 10 Uhr, ist Sektempfang im Atelier, um 11 Uhr beginnt die Präsentation von T’s Film. Wie dumm, wie ärgerlich: Eine nichtöffentliche Veranstaltung wg. der GEMA-Rechte. Als

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Angela Merkel, Barbara Talheim und ich

Samstag, B.N. Nach ein paar kalten Tagen – in jeder Hinsicht – scheint heute am frühen Morgen die Sonne, die Luft ist warm wie ein Wannenbad, durch die offene Terrassentür riecht es nach gemähtem Rasen, oben schlafen H. und K., PM’s Freunde aus Berliner Zeiten, PM ist schon in der Klinik „für’n Stündchen“, aus dem erfahrungsgemäß eher drei Stündchen werden, wir hatten das, was man einen schönen Abend nennt, meine Spargelcremesuppe kam gut an und dazu gab es feine Sachen aus dem Feinkostladen. K. erzählt, dass Angela Merkel kürzlich im KaDeWe Bettwäsche bei ihr gekauft habe! Blauweiße mit geometrischen Mustern

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Hey, lass dir was einfallen! – Yanis Varoufakis macht’s vor

Dienstag. Yanis Varoufakis zeigt uns gerade was: Wie man mit den Medien umgeht. Gespräche zeichnet er einfach mal auf, damit die Presse ihm hinterher nicht ein X für ein U vormacht. Aus schlechter Erfahrung ist er klug, oder besser: kreativ geworden. Hey, lass dir was einfallen!, ist seine Botschaft. Er warnt vor den Medien und den europäischen Politikern und ihrem Verhältnis zur Wahrheit: „Die Medien verbreiteten Unwahrheiten über das Treffen in Riga, darüber, was ich gesagt haben soll.“ Er wehrt sich gegen die geschlossene Mauer der Desinformation gegenüber der Bevölkerung durch ‚angesehene Journalisten‘ und ‚ehrwürdige Nachrichtenmedien‘. Auf seiner Internetseite informiert und kommentiert

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1,0

Sonntag. T. hat sein Masterexamen mit 1.0 bestanden. Mein Sohn! (Er mit seinen Zweifeln an sich und an seiner Kreativität …) Besser gehts nicht, habe ich ihm gesagt. Er kann viel und er weiß viel. Und manchmal weiß er das auch.

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