Sonntag Morgen, B.N. Dieser Typ von gestern hat schon wieder geschrieben. Dieses Mal eine E-Mail. Wieso glauben Leute, die mir vollkommen fremd sind, dass ich Zeit und Energie zum Abwinken habe, um mich ihnen und ihrem persönlichen Dilemma zu widmen?
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Schlüssel und Steuer
Samstag, B.N. Heute in Eisenach. PM’s Eltern. Das Altwerden. Das Altsein. Diese Angst auf beiden Seiten, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Angst vor dem schlechten Gewissen (auch auf beiden Seiten?). Da muss man aufpassen, da muss man auch mal abwehren und das Herz kalt werden lassen, um sich selbst in Abstand zu setzen. PM’s Vater hat mir vor einem Jahr ein Auto geschenkt, das sollen wir jetzt endlich abholen. Einen roten Opel Kadett, Baujahr 1991. PM’s Vater, seinerzeit Deutsch- und Lateinlehrer mit immer noch großer Fangemeinde, marschiert voran. Am Gehstock, vier Stockwerke runter und rüber zur Garage, was ihm schwerfällt,
WeiterlesenVon Neid und Stutenbissigkeit
Wieder in B.N., Samstag Morgen Manchmal stell ich meine Blogposts auch beim Freitag ein. Dann freue ich mich über die Kommentare, die in der Regel Denkanregungen, Links für weitere Recherchen, manchmal auch Kritik und manchmal Polemik sind. So wie dieser Kommentar, der mich heute Morgen erreicht und der die gesamte Palette des altbekannten, männlichen Vorurteilsvokabulars enthält. (Soviel schon mal vorweg: Es bleibt dabei! Ronja von Rönne ist inhaltlich leider totaler Bullshit.) Nachrichtentext: Liebe Frau Vieregge, Habe gerade Ihren Artikel zu RvR’s Artikel im Freitag gelesen. Woher kommt eigentlich dieser Hass und diese Stutenbissigkeit, die RvR von allen – vor allem
WeiterlesenJetzt doch nicht so systemkritisch – von Rönne lässt sich über Ai Weiwei aus
Freitag. Ronja von Rönne hat mal wieder was geschrieben. Über den chinesischen Künstler Ai Weiwei. Warum? Hat sie neuerdings Ahnung von Kunst? Wenn Springers WELT nicht wäre, würde die Welt keine Kenntnis von ihr nehmen. So aber kann sie ungehindert hinaustönen, in immer derselben Attitüde der Unbedarftheit und unter Zuhilfenahme immer derselben stilistischen Pose: Die der nicht erwachsen werden Wollenden und semantisch von der Sendung mit der Maus Geprägten. Dissidenten sind selten, stellt sie fest, „und in Europa besonders selten. Aber Systemkritik ist gut und chinesische Systemkritik besonders gut, das weiß man. Das steht ja in der Zeitung, das steht im Display des
WeiterlesenWie steht’s um unsere Kultureignung?
Mittwoch. Warum hört man von der EU und deutschen Politikern immer nur Kampf gegen Schleuserbanden und nicht: Wege suchen, Kriege so schnell wir möglich zu beenden? Warum schlagen die EU oder die deutsche Regierung oder die UNO keine Friedenskonferenzen zur Beendigung der Kriege vor? Will man die Kriege so weiterlaufen lassen, bis der ganze Nahe Osten und Nordafrika zerstört sind? Ja, wahrscheinlich. Weil Kriege zweckgelenkt sind und bestimmte Interessen befriedigen. Und diese Interessen heißen ganz bestimmt nicht Regimewandel zur Demokratie. Die wachsende Sach-Intelligenz vermag die triebhafte, insbesondere die aggressive Reizbarkeit der Menschen nicht zu mildern, analysiert es Freud. Ihre permanente Aggressionsbereitschaft
WeiterlesenFreude
Ich freue mich auf mein kleines Arbeitszimmer, das stille Arbeiten in stillen Nächten.
WeiterlesenBegegnung Tübinger Hbf
… mein Kopf noch dumpf von der Fahrt und überhaupt vom vielen Hinundherfahren in den letzten Wochen, und ich rolle meinen Koffer in Richtung Bahnsteigaufzug und will jetzt nur noch nach Hause, und in einem Winkel meines Bewusstseins überschlage ich, ob ich zu Fuß gehe oder mir ein Taxi leiste, da ruft jemand hinter mir: Hey, was machst du denn hier? Ich identifiziere die Stimme nicht tout de suite, mein Gehirn signalisiert aber im gleichen Moment: Daumen runter! Ich drehe mich um, da steht CK, pensionierte Ex-Kollegin, mit ihrem Tourenrad. (Immer großen Bogen um sie gemacht wg. extrem ausgeprägtem Hang
WeiterlesenDenken und Handeln in postaufklärerischen Zeiten
Sonntag, B.N. Wenn du das Interview mit dem ehemaligen SPD-ler Andreas von Bülow (s. Link am Ende, inzwischen leider nicht mehr verfügbar) ganz gehört hast, dann hast du 55 Minuten deines Lebens ziemlich sinnvoll genutzt. Du wirst danach allerdings entscheiden müssen, ob du dich weiterhin mit Nachrichtendiensten beschäftigen willst, oder ob du dir sagst, wir sind eben alle Marionetten von weltweit operierenden Interessen, und meine persönliche Freiheit, was das politische Handeln angeht, ist bedauerlicherweise weitgehend beschnitten, daran lässt sich nicht ändern – fertig. Du kannst noch froh sein, dass du keine Bürgerin des syrischen oder früher des irakischen oder des
WeiterlesenBret Easton Ellis: Imperial Bedrooms
Bret Easton Ellis‘ Imperial Bedrooms ist ein Roman, dessen konsequenter Nihilismus, dessen Paranoia eines dekadenten, viel zu reichen, reichlich kaputten und abgehalfterten, ganz und gar perversen US-Film- und Möchtergernfilmmilieus kaum zu ertragen ist. Und dann die blutige Brutalität am Ende des Romans – American Psycho lässt grüßen. (Selbstreferenz oder echte Mission?) Stilistisch natürlich brillant: die scheinbare Einfachheit, das beiläufige Zusammenspiel von innerer und äußerer Handlung („Unsichtbare Möwen schreien weiter am nebligen Himmel, und der blonde Mann kommt mir plötzlich bekannt vor, aber ich weiß nicht, wo ich ihn unterbringen soll …“), das Ungesagte, das unheilvoll zwischen den Sätzen hängt … Der
WeiterlesenNSU und kein Ende
Samstag, B.N. Dann sind also Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die Protagonisten des NSU, genauso wenig durch Suizid gestorben wie die bisherigen Zeugen und Zeuginnen im NSU-Prozess. Was ist das für eine miese und wirklich niederdrückende Geschichte, in der Polizei, LKA, Justiz, kurz, die offiziellen Stellen unseres Rechtsstaates, lügen, dass sich die Balken biegen … Die offizielle Version bekommt immer mehr Brüche, doch leider wurden die Fotos der Feuerwehrleute der Eisenacher Berufsfeuerwehr (die Ersten am Tatort) noch am Tatort einkassiert und später gelöscht und das Wohnmobil samt den zwei Toten und sämtlichem Beweismaterial darin eine halbe Stunde nach der „Tat“
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