Donnerstag, Diano Marina, Ligurien. Obwohl nur wenige Kilometer von Diano Marina entfernt, ist die Atmosphäre in Menton eine andere. Menton ist gepflegt und mondän. Gigantische Privatjachten liegen im Hafen, prachtvolle Villen an den Strassen und Hängen und der Look der Frauen ist hochwertig und pur. Dagegen die Italienerinnen übertreiben es gerne. Auf italienischen Straßen geht es laut, bunt und glitzernd zu. Kein Kleid ohne Strass, die Sonnenbrillen sind riesig, der Schmuck vor allem schwer, und an den Häusern bröckelt der Putz. Das stört keinen großen Geist. In seinem alten Leben war PM war schon in Menton gewesen, ich in meinem
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Leichte Brise
Mittwoch. Tage voller Sonne und Freude, kann man darüber überhaupt schreiben? Ich glaube nicht, und über die in Vollmondlicht getauchten Nächte, das Meeresrauschen und die leichte Brise, die die Vorhänge bauscht, erst recht nicht. Ich befürchte, wenn es mir noch länger so gut geht, verliere ich die Kraft zum Schreiben.
WeiterlesenEine Hommage an Tübingen
Und der Film war brillant! Wie die ganze Veranstaltung. Über hundert Leute waren an diesem Sonntag Morgen im Atelier zusammengekommen, um sich T.’s Werk anzuschauen. Eine Stunde der Begrüßungen und des Wiedersehens mit Sekt und Fingerfood, Wohlgesonnenheit und freundlichen Worte für die beiden Künstler/Filmer. Eine Stunde voller Erwartung. Dann, nach kurzer Einführung durch T., der Film. Zwischentöne – Die Musiker vom Nonnenhaus: Das harte Leben auf der Straße. Die Freude der Musiker über ein wenig Anerkennung durch Tübinger Passanten. Die demütige Haltung derer, die vom hergeschenkten Geld leben. Melancholische Szenen, liebevolle filmische Details – das Hi an der Wand hinter einem
WeiterlesenZwischentöne – Die Musiker vom Nonnenhaus
Sonntag Morgen. In drei Stunden ist es soweit. Nur die Käsehäppchen müssen noch gemacht werden, alles andere steht schon zum Transport bereit. K. und H. kommen gleich helfen. Ohne ihre und PM’s Unterstützung hätten wir es unmöglich geschafft. H. und K. haben bei Dorle übernachtet, die Katze war ein Problem, als K. die Katze entdeckte, wäre sie am liebsten wieder umgekehrt. Erst als wir im Meze abendessen waren, hob sich die Stimmung wieder. Gleich, um 10 Uhr, ist Sektempfang im Atelier, um 11 Uhr beginnt die Präsentation von T’s Film. Wie dumm, wie ärgerlich: Eine nichtöffentliche Veranstaltung wg. der GEMA-Rechte. Als
WeiterlesenAngela Merkel, Barbara Talheim und ich
Samstag, B.N. Nach ein paar kalten Tagen – in jeder Hinsicht – scheint heute am frühen Morgen die Sonne, die Luft ist warm wie ein Wannenbad, durch die offene Terrassentür riecht es nach gemähtem Rasen, oben schlafen H. und K., PM’s Freunde aus Berliner Zeiten, PM ist schon in der Klinik „für’n Stündchen“, aus dem erfahrungsgemäß eher drei Stündchen werden, wir hatten das, was man einen schönen Abend nennt, meine Spargelcremesuppe kam gut an und dazu gab es feine Sachen aus dem Feinkostladen. K. erzählt, dass Angela Merkel kürzlich im KaDeWe Bettwäsche bei ihr gekauft habe! Blauweiße mit geometrischen Mustern
WeiterlesenHey, lass dir was einfallen! – Yanis Varoufakis macht’s vor
Dienstag. Yanis Varoufakis zeigt uns gerade was: Wie man mit den Medien umgeht. Gespräche zeichnet er einfach mal auf, damit die Presse ihm hinterher nicht ein X für ein U vormacht. Aus schlechter Erfahrung ist er klug, oder besser: kreativ geworden. Hey, lass dir was einfallen!, ist seine Botschaft. Er warnt vor den Medien und den europäischen Politikern und ihrem Verhältnis zur Wahrheit: „Die Medien verbreiteten Unwahrheiten über das Treffen in Riga, darüber, was ich gesagt haben soll.“ Er wehrt sich gegen die geschlossene Mauer der Desinformation gegenüber der Bevölkerung durch ‚angesehene Journalisten‘ und ‚ehrwürdige Nachrichtenmedien‘. Auf seiner Internetseite informiert und kommentiert
Weiterlesen1,0
Sonntag. T. hat sein Masterexamen mit 1.0 bestanden. Mein Sohn! (Er mit seinen Zweifeln an sich und an seiner Kreativität …) Besser gehts nicht, habe ich ihm gesagt. Er kann viel und er weiß viel. Und manchmal weiß er das auch.
WeiterlesenBlickkontakt
Freitag. An der Kreuzung steht eine Frau mit total pinkfarbenen Haaren. Ihre Leggings sind türkis, und sie trägt einen bunten, bodenlangen Strickmantel. Ein Haarreif – ist er golden? – mit fingernagelgroßen Strasssteinen leuchtet wie eine Krone in der Sonne auf ihrem Haupt. Es ist noch früh am Morgen, als ich an ihr vorbeiradle, eine Arbeitstasche über der Schulter, eine weitere auf dem Gepäckträger. Sie sieht mich über die Schulter hinweg an. Sie trägt nichts bei sich. Sie bewegt sich nicht. Sie kneift ein Auge zu, während sie den Rauch ihrer Zigarette ausbläst. An ihrem Finger blinkt ein XXL-Ring. Hinter ihrem
WeiterlesenSonnenallee
Samstag, B.N. Einen neuen Drink kreiert: Mezzomix (2/3) mit einem Doppelschuss Becherovka Original (1/3) auf Eis, Zitrone und Minze. Nicht direkt epochal, aber schmackhaft: Frisch, (nicht zu) süß und anregend. Ich taufe ihn „Sonnenallee“, weil er – eher zufällig – bei unserer Nostalgie-Häppchenparty mit PM’s Kindern und dem Film Sonnenallee entstanden ist.
WeiterlesenIm Himmel
Wirf deine Angst in die Luft (Rose Ausländer) Donnerstag. Ein Morgen wie flüssiges Gold. Draußen spielt das kalte Sonnenlicht mit der Wasseroberfläche des Pools. Hat den Liegestuhl noch nicht erreicht und lässt den lila Flieder beinahe weiß aussehen. Eine Fliege fällt unablässig herunter bei ihrem instinktgesteuerten Versuch, die Scheibe hinaufzukrabbeln, als gäbe es da oben was umsonst, dumpfes stumpfes Fliegenleben. Auf dem Küchenblock steht PM’s leere Tasse. Längst ist er bei seinen Patienten, doch zuvor hat er meine beiden Tassen mit meiner Spezialmischung aus Schokopulver, Honig und Nescafé gefüllt. Im Radio betreibt ein Theologe Gedankenwichserei über den Himmel und kommt
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