Samstag sehr früh. Und nach drei durchgemachten Nächten ist der Roman auf einmal fertig. Es ging ganz leicht. War ja auch schon viel Vorarbeit da. Es ging nur noch um den Schluss. Ein paar Bausteine habe ich verschoben. Fäden wiederaufgenommen, einen gekappt bzw komplett rausgezogen, was sich als etwas mühsam erwies. Ob er jemals von irgendjemandem gelesen wird, weiß ich nicht, ist auch gerade nicht so wichtig. Ich fühle mich great. Ich habe Abschied genommen. Ich habe die Protagonistin auf den Weg geschickt. Sie ist ein bisschen derb. Und lonely. Sie wird es schaffen. Meinetwegen könnte jetzt der Tag anbrechen
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Tag und Begegnung mit einer Suppe
Samstag, B.N. Eine Hühnersuppe der allerfeinsten Art wartet auf mich: „Damit es gesundheitlich endlich wieder aufwärts geht!“, whatsapped PM gestern.Im Zug fühle ich mich schlapp und beschissen, irgendwas stimmt noch weniger als schon die Tage davor. „Hmmm, lecker, freu mich!“, schreibe ich uninspiriert zurück. Kurz vor Remagen zücke ich das Spiegelchen, um den Lipstick anzusetzen. Das hätte ich besser nicht tun sollen. Ein Vollmond mit Sehschlitzen schaut mir entgegen. OMG!, schnell die Sonnenbrille raus.PM guckt seltsam, als ich mit den schwarzen Gläsern im Dunklen direkt vor seiner Nase dem Zug entsteige. Hält den Auftritt wohl für ein modisches Statement. Weiß
WeiterlesenZeit
Samstag. Auf meinem Weg zur Arbeit, den ich manchmal zu Fuß zurücklege, kommt es auf jede Minute, jede Sekunde an. Nehme ich die Abkürzung durch die Bahnhofsunterführung, oder bleibe ich oben? Für den Fall, dass ich sie nehme: Fahre ich mit dem Aufzug hoch oder laufe ich die Treppen? Wenn ich an der Apotheke vorbeikomme, werde ich schon fünfzehn Sekunden später die Baustelle erreicht haben und in einer anderen Wirklichkeit angekommen sein. Baustellen lösen andere Gedanken in mir aus als Apotheken, ich sehe plötzlich andere Möglichkeiten, ich bin eine andere. Was ist Zeit? Was macht sie mit mir? Im allerkürzesten Abschnitt
WeiterlesenTempolimit – nein Danke!
Mittwoch. Wer hätte das jetzt gedacht: Zu schnelles Fahren auf Autobahnen ist der Hauptgrund für tödliche Unfälle! Das ergab die amtliche Unfallstatistik für das Jahr 2018. 424 Verkehrstote gab es 2018 laut Statistischem Bundesamt auf deutschen Autobahnen. Für 196 Fälle, beziehungsweise für 46 Prozent, war eine erhöhte Geschwindigkeit bzw. ein den Witterungsbedingungen nicht angepasstes Tempo für den Unfall verantwortlich. Zu dem Unwillen mancher Autofahrer, das Tempo angesichts mieser Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse zu drosseln – unabhängig von der geltenden Höchstgeschwindigkeit -, gesellt sich nämlich häufig der Wille zum dichten Auffahren. Zu geringer Abstand zum Vordermann gehört ebenfalls zu den Hauptunfallursachen.
WeiterlesenAlles ist im Fluss
Montag. Meine Mitbewohnerin Lisa hat sich als Rumpelstilzchen entpuppt und ist Hals über Kopf ausgezogen. Da sie Sediq und mir das Leben zunehmend schwer gemacht hat, sind wir nicht gerade traurig. Eher erleichtert. Gestern Nachmittag haben wir mit Kaffee auf den positiven Ausgang der Sache angestoßen.Thema Nr. 1 sind aber die alles andere als positiven Entwicklungen im Iran. Nach meiner Rückkehr habe ich Sediq sehr niedergeschlagen angetroffen. Als Insiderin hat sie einen anderen Blick auf die jüngsten Ereignisse. Und wenn sie sich über das Mullah-System auslässt, über die permanenten Schikanen, über den Wert eines Mannes im Vergleich zu dem einer
WeiterlesenStuttgart 21
Weg der schöne Gosch, das Chinarestaurant, die Markthalle. Weg die Buch- uns sonstigen Läden. Auch der heissgeliebte, oft frequentierte indische Schmuckstand verschwunden, die Bahnhofshalle wie ausgebeint. Statt dessen Yormas, Starbucks und das übliche Programm direkt an den Bahnsteigen. Der Starbucks– Muffin steckt voller matschweicher Schokobollen. Das ist kein Kuchen, sondern eine Riesenpraline. Hast du sie vertilgt, ist dir kotzig und du verbringst die restliche Strecke mit konzentriertem AusdemFensterstarren.
WeiterlesenAufstehen, Krone richten …
Sonntag, B.N. Merkel in Moskau, um mit Putin über das Festhalten an dem Atomabkommen mit dem Iran zu sprechen – das macht Hoffnung.Seit gestern bin ich wieder auf. Nachmittags Treffen mit A. und J. in Bonn, quatschen, Kaffee trinken, sich austauschen, sich gemeinsam wohlfühlen.Heute geht es nach Hause. PM setzt mich gleich am Bahnhof Koblenz ab, er fährt weiter nach Eisenach. Die Korrekturen fürs „Amt“ so gut wie fertig. Meine eigene Arbeit, das Romanmanuskript, ruht.Bei PM ist auch zu Hause. Weil es warm und gemütlich und voller Zukunftspläne ist. Weil es PM ist.
WeiterlesenVorbild Österreich
Freitag, B.N. Unser Nachbarland führt uns gerade ein interessantes Experiment vor: Eine bürgerlich-ökologische Koalition. Nicht auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners wie bei der GroKo, wo die Inhalte des jeweils anderen bis zur Unkenntlichkeit zerrieben werden.Sondern jeder kann und soll seine identitätstiftenden Inhalte einbringen, die der andere zu akzeptieren hat. Damit gewährt der zwischen Kanzler Sebastian Kurz und Grünen-Chef Werner Kogler geschlossene Koalitionsvertrag den Bündnispartnern die maximale Freiheit: Die Grünen dürfen grün sein und ihr Ziel der Klimaneutralität bis 2040 verfolgen (Aus für Kohle- und Ölheizung!, Ausbau des Bahnsystems). Die ÖVP darf schwarz sein und mit Billigung der Grünen dafür die illegale Migration bekämpfen (vorbeugende
WeiterlesenAmerika first
Mittwoch, B.N. „Wir machen uns Sorgen“, sagte Außenminister Maas gestern im ZDF.„Ein zu schneller Abzug internationaler Streitkräfte [ aus dem Irak ] könne zu einem Erstarken des IS und großer Instabilität im Irak führen. Das kann eigentlich niemand wollen“, so unser Außenminister weiter. Ich frage mich: Hat unsere Regierung eigentlich den Ernst der Lage begriffen, in welchem labilen Zustand sich die Welt befindet? Und nicht ausgelöst durch irgendwelche Terroristen, sondern durch den amtierenden US-Präsidenten.Die Instabilität und Eskalation geht derzeit eindeutig von der USA aus, und sie drehen an der Eskalationsspirale immer weiter und stürzen damit eine ohnehin schon sehr fragile Region
WeiterlesenMeinungswandel
Sonntag, B.N. Das ZPS hatte ich mal für witzig gehalten. Inzwischen sehe ich sie als ausgemachte Hornis.
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